Groundhopping

Wehen Wiesbaden – Karlsruher SC (02.02.18)

Als ich vor knapp zwei Jahren auf dem Weg zum Helmut-Schön-Sportpark war, lief ich an dieser sterilen Wellblechbaute vorbei. Damals schon mit unterwegs war das stetige Gewissen, dass ich eines „schönen“ Tages hier vorbeischauen muss. Mit dem Duell gegen den Zweitligaabsteiger aus Karlsruhe schien dieser Tag nun gekommen zu sein, um die Heimat des Sportvereins einigermassen vernünftig zu besuchen.

Grundsätzlich wäre es aber auch verstörend, wenn eine Arena, die nach einem Hersteller von Wasserfilter benannt ist, als Prachtsbaute daherkäme. Immerhin präsentiert sich die Akustik im Innern dieses Schmuckkasten äusserst erfreulich. Die rund zweitausend mitgereisten Gäste nutzten diese Beschaffenheit allerdings nur vereinzelt. Dies, weil bis in die 70. Spielminute überhaupt kein organisierter Support stattfand. Was der genaue Grund für die verspätete Ankunft der aktiven Fanszene war, weiss ich nicht. Die von den Ultras ausgerufene Zugverbindung erachtete ich aber schon vor dem Spieltag als äusserst eng berechnet. Trotz überraschender Stimmhoheit sah es in der Heimkurve nicht besser aus. Aber wen verwundert diese Tatsache, wenn die Szene den wohl dümmsten Gruppennamen seit dem „Crescendo Hohenlohe“ gewählt hat und zudem eine Freundschaft mit der Retorte aus Ingolstadt pflegt. Auch der Rest der 4’860 Zuschauer reiht sich da nahtlos in das soeben beschriebene Klientel ein. Fehlende Fach- und Sachkompetenz wurden mir spätestens bewusst, als beim Einlauf zu den Atzen getanzt wurde und in Halbzeit zwei ein Flitzer im Affenkostüm über den Platz rannte.

Auf diesem Rasen konnte der SVWW, welcher eine äusserst ansprechende Saison spielt, die frühe Gästeführung durch den Schweizer Stephan Andrist in der Schlussphase ausgleichen. Trotz Chancen auf beiden Seiten blieb es schliesslich beim 1:1 Unentschieden. Damit kann der Folgeverein des SV Taunussteins sicherlich von einem gewonnenen Punkt sprechen. Der direkte Wiederaufstieg verkommt so für den Karlsruher Sportclub, folgt in der Rückrunde nicht noch eine frappante Leistungssteigerung, mehr und mehr zum Ding der Unmöglichkeit.

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11. Februar 2018