«It’s a freezing cold Tuesday night, but where would you rather be than at Huish Park?» Mit dieser Frage begrüsst der Stadionsprecher die Anwesenden kurz vor Anpfiff, und ich bin nicht sicher, ob in seiner Stimme nicht auch ein leiser Funken Sarkasmus mitschwingt. Zumindest mir fallen einige Orte ein – doch wer freiwillig bereits zur gleichen Jahreszeit in Grimsby oder Scunthorpe unterwegs war, für den galt auch der Besuch in Yeovil nur als Frage der Zeit.
Zugegeben: Die 50’000-Einwohner-Stadt im Südwesten Englands, gelegen am Zusammenfluss von Yeo und Parrett, ist tatsächlich ein besonders karger Ort. Auch dem lokalen Fussballklub, dessen krächzende Hymne nun durch die Lautsprecher im schummrigen, orangenen Licht der Tribünen schallt, haftet etwas Überholtes und leicht Verwahrlostes an. Da hilft auch das neue Logo nicht, das sich die «Glovers» vor knapp zwei Jahren verpasst haben. Ihr Name geht übrigens auf die Handschuhfertigung zurück, die man an diesem Abend tatsächlich gut gebrauchen kann.
Wesentlich bekannter ist die Stadt in Somerset allerdings für ihr Helikopterwerk. Auch die heutigen Gäste aus Eastleigh haben mit der Supermarine Spitfire eine Verbindung zur Aviatik – sie tragen sie im Logo, da in Hampshire die ersten Testflüge des bekannten Jagdflugzeuges unternommen wurden. Ähnlich angriffig gibt sich der kleine Casual-Mob aus Halbstarken, der auf der unüberdachten Hintertortribüne den Kern des kleinen Gästeanhangs ausmacht und das Mittelfeldduell zwischendurch mit einer blauen Rauchsäule garniert.
2014 noch in der zweitklassigen Championship aktiv, fand sich Yeovil Town ein Jahrzehnt später in der 6. Liga wieder, hat sich mittlerweile aber wieder in der fünftklassigen Conference National eingenistet. Im Huish Park, benannt nach dem Quartier, in dem einst das Stadion stand, ist die Kulisse entsprechend spärlich. Lediglich 3’102 Zuschauer haben sich am westlichen Stadtrand eingefunden und werden für ihr Kommen immerhin mit einem kurzweiligen 1:1 belohnt – weil beide Teams praktisch kein Mittelfeld besitzen und qualitativ höchst bescheiden agieren.









