Groundhopping

Aston Villa – Crystal Palace FC (01.01.15)

Den Abschluss der Tour machte die Partie in Birmingham am Neujahrstag, erneut mit einem Londoner Verein zu Gast. Am Abend zuvor sah man sich noch das Feuerwerk in der Innenstadt an und dementsprechend spät wurde es. Nach einer kurzen Nacht war also ein frühes Aufstehen angesagt, um den Zug ab London Victoria nicht zu verpassen. Das Spiel war zwar erst um 15 Uhr, vorher wollte man aber noch ein wenig Shoppen und die Stadt besichtigen, schliesslich handelt es sich hierbei um die zweitgrösste des Landes.

Als man das Hotel verliess war man bereits relativ knapp dran von der Zeit her und als man in der Metro sah, dass die nächste Bahn erst in einer Viertelstunde fährt, wussten wir, es sollte extrem knapp werden. Also schnell den Typen am Schalter gefragt, ob es überhaupt möglich ist, in so kurzer Zeit von A nach B zu gelangen. Dieser verneinte zuerst, revidierte daraufhin aber seine Aussage und meinte, wenn nicht viele Leute unterwegs sind und dementsprechend nicht all zulange gewartet werden muss könnten wir es ganz knapp schaffen. Wir setzten also alles auf eine Karte und es sollte sich ausbezahlen. Mitsamt einem Umstieg am Oxford Circus schaffte man es noch im wirklich allerletzten Moment auf den Zug. Das Jahr fängt ja gut an. Zum ersten! Den Zug hatten wir nun also noch erreicht, alle waren aber völlig ausgepumpt und auch der Magen knurrte, schliesslich hatte man noch nichts gegessen geschweige denn getrunken. Zum Glück fand man beim Durchstreifen des Zuges ein Bordcafe, welches dann einmal kurz halb leer gekauft wurde. Von nun an konnte man die Zugfahrt „geniessen“ und nach Stopps in Milton Keynes und Coventry erreichte man so gegen elf Uhr Birmingham New Street. Das Programm vor dem Spiel unterschied sich hier nur leicht von dem in Ipswich, denn abgesehen von einem Besuch im Wettbüro (nichts gewonnen) wurde auch hier kurz eine Shoppingtour unternommen und anschliessend setzte man sich bei einem Pint in ein Pub und schaute sich das Spiel Stoke City – Manchester United im Fernseher an.

Da hätten sie ruhig einen Zug später nehmen können, werden jetzt wohl ein paar von euch denken. Das mag wohl stimmen, zu unserer Verteidigung kann ich nur sagen, dass wir uns Birmingham um einiges interessanter und belebter vorgestellt hatten!

Gegen 14 Uhr ging es dann wieder zurück zum Bahnhof, denn um das Stadion von Aston Villa zu erreichen muss man einige Minuten Zugfahrt auf sich nehmen. Von den drei Clubs in der Stadt (Aston Villa, West Bromwich und Birmingham City) ist nur der letztgenannte wirklich im Stadtzentrum beheimatet. Der Zug war dann bereits ziemlich voll und es war wie bei jedem anderen Spiel in England ein grosser Menschenauflauf, sodass einem gar nicht auffällt, dass Aston Villa mit „lediglich“ 75% Stadionauslastung prozentual gesehen in der Premier League deutlich am wenigsten Fans anzieht. Immerhin ist so die Ticketbeschaffung nicht sonderlich schwer und ich konnte wie bereits in Ipswich im Voraus ohne Probleme vier Tickets zu einem relativ fairen Preis für die Hintertortribüne erwerben.

Um zum Stadion zu gelangen läuft man von der Haltestelle aber noch eine Weile, ehe sich der Villa Park imposant vor einem auftut. Vor allem der Eingang ins Holte End (Heimfans) ist optisch schön anzuschauen (Siehe Bild unten). Das Stadion selbst gefällt mir wie fast jedes in England auch von innen. Kompakte Hütte mit Nähe zum Spielfeldrand. Nice! Aus London waren dann auch tatsächlich ein paar Hundert Eagles-Supporter zugegen, die während der Partie auch das eine oder andere Mal positiv in Erscheinung traten. Dies kann man vom Heimanhang nicht sagen, die Stimmung war hier sehr verhalten und man hörte nur selten Gesänge und die Spieler wurden zur Pause von der Mehrheit der 29’047 Zuschauer sogar noch ausgebuht. Recht übel.

Das Spiel war insgesamt auf nicht sonderlich hohem Niveau und dementsprechend war das Resultat von 0:0 auch absolut angemessen. Um das Team aber nach einem solchen Auftritt auszupfeiffen braucht es aber definitv mehr. Zumindest für mich unverständlich! Ein pikantes Detail gibt es aber noch zu erwähnen. Dieser Spieltag war der torreichste Spieltag an einem Neujahrstag in der Geschichte der Premier League. Lediglich unser Spiel endete torlos. Das Jahr fängt ja gut an. Zum zweiten! Nach der Partie ging man den gleichen Weg zurück den man gekommen war und nach einer kurzen Verpflegungspause am Bahnhof bestieg man, zusammen mit diversen Palace-Fans. auch schon wieder den Zug in Richtung London. Für einmal sollte der Abend ruhig verbracht werden, da es am nächsten Tag relativ früh wieder zurück in die Heimat ging.

Am nächsten Morgen stand man pünktlich auf, checkte im Hotel aus und setzte sich in die U-Bahn in Richtung Heathrow Airport und dachte sich dabei nichts Böses. Irgendwann schaute einer von uns dann aber wiedereinmal auf die Uhr und merkte, dass es bereits kurz nach 12 Uhr war. Abflug war 13:30 und das Gepäck sollte auch noch eingecheckt werden. Das konnte ja heiter werden! Kurz vor halb eins erreichte man dann endlich den Flughafen und wurde nach kurzer Diskussion und Situationserörterung mit einem Mitarbeiter sogleich zur „Schnellverarbeitung“ an einen speziellen Check-In-Schalter gelotst. Der Kumpel dort hielt uns zuerst einmal einen Vortrag über das späte Erscheinen am Flughafen und deren Folgen und Zusatzaufwände, ehe er in aller Seelenruhe uns einzuchecken versuchte. Es blieb allerdings beim Versuch, denn auch nach dem zweiten Klick schien nichts zu klappen. Grund dafür war, dass wir aus irgendeinem Grund nur auf der Passagierliste von Frankfurt nach Zürich erschienen, nicht aber auf der von London nach Frankfurt. Das Jahr fängt ja gut an. Zum dritten!

Da der Typ recht inkompetent ausschaute und sich scheinbar nicht darum kümmerte, dass wir bald unseren Flug verpassen werden, mussten wir selbstständig eine andere Dame an irgendeinem Schalter der Swiss aufsuchen. Diese war dann aber sehr hilfsbereit und sah, dass nicht wir schuld waren, sondern das System, welches uns wohl nicht richtig erfasste. Doch gerade als sie uns die Tickets in die Hand drücken wollte, hörte man aus den Lautsprechern, dass das Check-In für diesen Flug in diesem Moment beendet ist. Da half auch unser eigentlich gültiges Ticket nichts mehr. Dass wir aber trotzdem noch auf eine spätere Verbindung durften, die sogar direkt nach Zürich ging hatten wir nur diesem einen Systemfehler zu verdanken. Von der Zeit her hätte es insgesamt, so vermute ich jetzt mal, mit Sicherheitscheck und allem sowieso nicht mehr gereicht.

Insgeheim schmiedete ich also bereits Pläne, welches Spiel denn heute Abend noch angeschaut werden könnte, ehe sich doch noch alles zum Guten wendete und wir sassen nach ein paar nervenreibenden Minuten in einem Flughafenrestaurant und wenig später im Flieger zurück in die Heimat. Einziger Dorn im Auge war vielleicht der kulinarische Aspekt, denn im Flugzeug wurden als Verpflegung Curry-Sandwiches mit Käse ausgeteilt. Ziemlich geschmacklos! 😉

Gegen 21 Uhr erreichte man nach einer pünktlichen Landung im Schweizer Winterwunderland und einer uninteressanten Zugfahrt dann wieder den heimischen Bahnhof und eine interessante Geburtstagsreise mit vier netten Partien nahm hiermit sein Ende. Danke allen nochmal herzlich fürs Mitkommen!

Jetzt geht es in die persönliche Winterpause, ehe ich dann Ende Januar auch wieder fussballtechnisch voll durchstarten werde.

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1. Januar 2015