Groundhopping

Ipswich Town – Charlton Athletic (30.12.14)

Wie sagt man doch so schön: Das Beste kommt zum Schluss! Und wirklich, die Partie und der Ausflug nach Ipswich sollte wirklich einer der besten im ablaufenden Jahr werden. Dazu trug neben der guten Ausgangslage für die Hausherren sicherlich auch ein interessantes Spiel sowie die gute Stimmung bei. Mit dem Zug ging es am Nachmittag nach Ipswich, einer eher kargen Stadt in der Grafschaft Suffolk, welche zudem der Geburtsort von Schauspieler Ralph Fiennes ist, besser bekannt unter dem Namen Voldemort.

Da Ipswich an sich nun wirklich nichts besonderes ist, fand man sicher nach einer Weile Shopping so gegen 17 Uhr in einem Pub wieder, wo man einen der letzten freien Tische ergattern konnte. Dies und die relativ tiefen Preise waren dann auch der Grund, weshalb man fast zwei Stunden in diesem Pub verweilte und neben „Fish and Chips“ auch das eine oder andere Bier (für einige zuviel) genoss. Mit der Zeit füllte sich die Bar auch ordentlich, die meisten waren wie für England typisch Fans, welche vor der Partie noch das eine oder andere Pint in die Höhe stemmten. Insgesamt eine sehr sympathische und friedliche Atmosphäre.

Eine halbe Stunde vor Spielbeginn ging es dann aber langsam auf zur Portman Road, wo bereits viel los war. Bereits im Voraus hatte ich ohne Probleme vier Sitzplatzkarten für den Sir Bobby Robson Stand zum Preis von je 18 Pfund gekauft und nach einer eher lauen Eingangskontrolle ging es hinein ins Stadion. Unsere Plätze lagen ideal hinter dem Tor und die Heimfans waren nicht wie ich vermutet hatte auf der Gegen- und somit auf grösseren Seite zu finden, sondern auf der unseren. Somit wurde also wieder einmal 90 Minuten lang gestanden und so gut wie es auch ging mitgesungen, was dank den „paar“ Bierchen nicht sonderlich schwer fiel. Die Stimmung hier war klar die beste auf der ganzen Tour und neben dem kompakten Stadion gefiel mir der auch der Support hier wirklich sehr.

Klar, wenn Ipswich als stärkstes Heimteam der Liga nicht auf dem zweiten Platz in der Tabelle liegen würde, wird es hier wohl auch anders aussehen, aber heute hatte einfach alles gepasst. Auch die Kulisse war mit 26’157 Zuschauern absolut tauglich für einen allfälligen Aufstieg in die höchste Spielklasse. Spielerisch waren die Tractor Boys den Gästen aus London deutlich überlegen und gingen bereits in der 31. Minute durch Tommy Smith absolut verdient mit 1:0 in Führung. Aus der Hauptstadt waren übrigens über tausend Gästeanhänger vor Ort, was für einen Dienstagabend sicherlich eine beachtliche Leistung ist. Aber auch dieser Support half den Spielern von Charlton Athletic nichts, denn in der 59. Minute traf der Liga-Topscorer Daryl Murphy per Kopf mit seinem bereits 17. Saisontreffer zum 2:0 für Ipswich Town. Somit die Sache definitiv gelaufen und was folgte war nur noch Zugabe. Darauf hätten wir, oder besser gesagt Andreas aber getrost verzichten können. Ich sagte ihm nämlich einen 2:0 Heimsieg voraus, worauf er 20 Taler auf diese riskante Wette setzen liess. Gewonnen hätte er um die 140. Aber eben, ich spreche ja im Konjunktiv denn in der 91. Minute traf David McGoldrick doch tatsächlich noch zum 3:0 in die Maschen und ich hatte mich wohl noch nie nach einem Tor so schlecht gefühlt. So glaube ich zumindest. Das Geld löste sich nun also in Luft auf, aber den gelungenen Ausflug schmälerte dies in keinster Weise. Nach der Partie verlor man sich beim Hinausgehen kurz aus den Augen, fand einander aber beim KFC wieder und nach einer kleinen Stärkung ging es per Zug wieder zurück in die Hauptstadt.

Das war es also, das fussballerische Jahr 2014. Insgesamt 103 Spiele in zehn Ländern sind eine ordentliche Summe! Rückblickend war das Jahr sicherlich gelungen, abgesehen von einigen kleinen Flops, die ihr im vorherigen Beitrag lesen könnt. Highlights waren sicherlich das Prager Derby im April oder das Spiel in Bordeaux sowie das Londoner Derby vor zwei Tagen. Aber eigentlich haben ja alle Spiele immer was besonderes an sich, was mich magisch anzieht. Somit bleibt nur noch euch zu danken für die Treue und ich hoffe, euch auch im kommenden Jahr mit spannenden Spielen und lustigen Anekdoten überhäufen zu dürfen. Schlussendlich bleibt noch der Blick in die Zukunft, wobei ich klar sagen muss, dass ich eigentlich nicht der Typ bin der sich gross Vorsätze fürs neue Jahr nimmt. Aber trotzdem, 20 Länderpunkte zum Ende des nächsten Jahres wären eben schon nicht schlecht. 😉

Tags :
30. Dezember 2014