Groundhopping

Budapest Honved – Diosgyöri VTK (22.07.17)

Die Phrase „unverhofft kommt oft“ sieht sich einmal mehr bestätigt. Denn vor exakt zwei Tagen wies mich die Security am Eingang genau dieses Stadions aufgrund des Geisterspiels ab. Heute nun war es ein leichtes Karten direkt am Schalter vor den Eingangstoren zu erwerben. Ursprünglich hatte ich es mir aber zum Ziel gesetzt, am heutigen Samstag nach Debrecen zu reisen. Die zweitgrösste Stadt Ungarns ist momentan nämlich das sportliche Exil des heutigen Gegners.

Habe ich mit diesen wenigen Zeilen bereits für Verwirrung gesorgt? Keine Angst, mir ging es anfänglich genauso, als ich für den finalen Check nochmals die Seite des ungarischen Fussballverbandes aufrief. Da tauschten die Herrschaften doch tatsächlich einen Tag vor dem Spiel das Heimrecht ab! Und so wurde ich zwar um die Partie von Diosgyör in Debrecen gebracht, komme aber so immerhin unerwartet zur Ehre, dort ein Spiel zu sehen, wo es vor zwei Tagen nicht klappte. Der Grund für den Abtausch lag übrigens an einem Festival in Debrecen, welches unter anderem auch im Stadion abgehalten wurde. Warum eine Änderung derart spät kommuniziert wird, bleibt mir aber weiterhin ein Rätsel.

Über den im Vorhinein gebuchten Zug (ich vermeintlicher Sparfuchs) und den damit gemachten Verlust konnte hinweggesehen werden und so war das Ziel der heutigen Zugfahrt lediglich das Vorort Kispest. Handelt es sich hier nun um Schicksal oder einfach nur um einen glücklichen Umstand? Sei es drum, gefreut hatte es mich allemal, schliesslich ist das Bozsik-Stadion eine echte Prachtsbaute. Eine überdachte Tribüne gibt es hier nur auf der Längsseite zu bestaunen, wobei auch diese bereits in die Jahre gekommen zu sein scheint. Die meisten Zuschauer finden sich am heutigen Abend aber in den jeweiligen Fansektoren schräg hinter den Gegentoren ein. Vor allem aus Diosgyör ist eine stattliche Meute, mitsamt der bekannten Zaunfahne «Sturm und Drang», mitgereist. Im Heimblock präsentiert sich der Support sowie die Zaunfahnen stark englisch geprägt. Während ihnen lediglich einen durchzogenen Auftritt attestiert werden kann, gibt es für den Anhang von Diosgyör heute gute Noten mit auf die Heimreise. Auf dem Rasen sah es nach der Egalisierung der Gästeführung sowie einem Freistosstor lange nach einem Heimsieg des amtierenden Meisters aus. Bis in die Nachspielzeit, ehe nach einem vermeintlich geklärten Eckball ein Gästeakteur Mass nahm und per Direktabnahme sehenswert zum 2:2 Ausgleich traf. Ein Grossteil der 2’650 Zuschauer war damit sichtlich bedient und den einen oder anderen blieb wohl das Zwiebelbrötchen, welches hier sehr beliebt zu sein scheint, mitten im Hals stecken.

Nach dem furiosen Spielende am kleinen Bahnhof auf den Zug wartend, werde ich Zeuge einer Auseinandersetzung. Vier erlebnisorientierte Heimfans stellen zwei Gästefans, die etwas zu offensichtlich die Farben der heutigen Gastmannschaft tragen. Spätestens nach dem Griff zu den Steinen aus dem Bahntrasse wird aber auch mir unwohl. Die Situation beruhigt sich anschliessend aber und der gleiche Herr hilft zwei Stationen später einer Mutter mit Kinderwagen beim Aussteigen. Ach Fussball, was machst du nur mit uns?

Die besten Impressionen aus der ungarischen Hauptstadt Budapest, eingefangen mit der Linse meiner Kamera.

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29. August 2017