Groundhopping

Jogjakarta IF – Sleman United (03.08.19)

Ein Drittliga-Duell unweit meiner Wohnung lotste mich vom Poolrand weg und zum Campus der Gadjah Mada, ihrerseits die grösste und älteste Universität des Landes. Wie fast überall in Indonesien verfügt das hauseigene Stadion der Bildungsstätte nebst einem Wassergraben über ein kleines Musholla, eine Art muslimischer Gebetsraum. Durch das Giebeldach über der grossen Tribüne, die sich über die gesamte Längsseite des Spielfelds erstreckt, weht zudem eine Prise englischer Stadionarchitektur im schwülen Wind mit. 

Wenig überraschend verzieht sich der Grossteil der 75 Zuschauer in den Schatten, während die 22 Akteure nebst den suboptimalen äusseren Bedingungen weiter mit den Unebenheiten der Spielunterlage zu kämpfen haben. Trotz gesamthaften Bedingungen, die bei uns gar in der tiefsten Amateurklassen kaum eine Durchführung erlauben würden, wird hier professionelle Einlaufmusik gespielt und nebst dem Schiedsrichter schreiten gar zwei Linienrichter mit ernster Miene auf den ausgedörrten Platz. Es verwundert es nicht, dass ein Grossteil der technischen Aktionen misslingt und das Spiel von „Kick and Rush“ dominiert wird. Praktisch mit dem Pausenpfiff eröffnet der Favorit aus Sleman den Torreigen in diesem Derby. Der Kopfballtreffer zum 0:1 entstammt – wie könnte es auch anders sein – einem ruhenden Ball.

Gespielt wird in einer Viererliga beschränkt auf das Gebiet Jogja, wie die Locals ihre Stadt kurz und bündig nennen. Das beste Team steigt nach je drei Heim- und Auswärtsspielen in ein Play-Off auf, dessen Sieger auf nationaler Ebene um den Amateurtitel spielt. Mit dem vierten Sieg in Folge wahrt Leader Sleman United seine gute Ausgangslage.

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2. Oktober 2019