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SS Juve Stabia – Catania Calcio (14.05.17)

Anfangs war ich etwas angesäuert, als durch das Wegfallen der Partie in Bari feststand, dass dieses Wochenende nur ein Fussballspiel mit sich bringen sollte. Umso schöner, dass ich zufällig auf das Duell zwischen Juve Stabia und Catania stiess, welches ideal für den frühen Sonntagnachmittag angesetzt war. Damit erfüllte es alle Kriterien, die mit dem Rückflug am Abend ab Neapel verbunden waren. Austragungsort für das Spiel ist Castellammare di Stabia, eine Hafenstadt mit idealer Sicht auf den Vulkan Vesuv sowie gut 60’000 Einwohnern. Die hier beheimatete und im Jahre 1907 gegründete «Società Sportiva» kämpft nach einer soliden Saison nun in den Playoffs um den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse.

Wie im vorgängigen Beitrag bereits erwähnt, konnten wir uns am Vorabend des Geschehens in einer Bar in Stadionnähe drei Eintrittsberechtigungen für dieses vielversprechende Duell sichern. Vielversprechend deshalb, weil beide Vereine für ihre Anhängerschaft bekannt sind. Doch auch hier folgte ein Dämpfer, als vernommen wurde, dass die Ordnungsmacht den Gästen aus Sizilien ein spontanes Reiseverbot auferlegte.

Der Weg zum Stadion führt durch die anschauliche Innenstadt, wo die italienische Leichtigkeit in vollen Zügen zu spüren ist. Über die Strassen gespannte Wäscheleinen und energische Hupeinlagen in den engen Gässchen verdeutlichen das Bild. Vor Ort gesellte sich unser Trio sogleich auf die unüberdachte Gegentribüne, die bereits gut gefüllt war. Auch heute brannte die Sonne wieder mit all ihrer Kraft und ein jeder war gut beraten, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Der Gästeblock wurde diesen Sonntag an den regionalen Fussballnachwuchs abgetreten und dieser vermochte einem mit Schmährufen gegen Catania aus hundert Kinderkehlen zum Schmunzeln bringen. Etwas professioneller sah es gegenüber im Heimblock aus, wo die Tifosi zum verspäteten Anpfiff (Süditalien ahoi) eine Blockfahne mit der Aufschrift «Ultras» präsentierten. Dazu zündeten sie diverse Rauchtöpfe in den Farben rot, grün und gelb, was vor 1’908 Zuschauern für einen gelungenen Auftakt sorgte. Auch in der Folge gelang es der «Curva Sud» zu überzeugen. Abwechslungsreiche Melodien, eine hohe Mitmachquote sowie Rhythmen zum Mitwippen können hier attestiert werden.

Lediglich die Mannschaft vermochte die engagierte Unterstützung nicht in Tore umzumünzen und musste sich auf der künstlichen Unterlage gegen einen harmlosen Gast aus Sizilien mit einem dürftigen 0:0 Unentschieden zufriedengeben.

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18. Juli 2017