Groundhopping

FC La-Chaux-de-Fonds FC – FC Porrentruy (13.02.15)

Der wohl einzige Vorteil eines Kunstrasen ist wohl der, dass man bei jeder Witterung darauf spielen kann. Somit galt es für mich nach allfälligen Partien Ausschau zu halten, bei deren Kunstrasen der Hauptplatz ist und wenn möglich das Ganze sogar noch über eine Tribüne verfügt. Umso schöner, dass dies mit der Partie am Freitagabend in der Uhrenstadt im Hochjura geklappt hatte. Anfangs hatte ich jedoch meine (obligaten Bedenken), schlussendlich wurde ich aber positiv überrascht. Das Spiel sollte ein hoppertechnisches Traumwochenende einläuten, welches am Sonntag mit der vierten Partie in der Komplettierung der zweiten Schweizer Liga gipfeln sollte. Schlussendlich sind es jedoch nur zwei Partien geworden und auch die zweite Spielklasse wartet weiterhin auf ihre Komplettierung. Aber ganz der Reihe nach.

So ging es also, nachdem man sich zum gefühlten hundertsten Mal auf der Seite des SFV versichert hatte, nach der Arbeit per Zug auf in eine der höchsten Städte Europas. Vor Ort angekommen wurde mir diese Tatsache bestätigt, denn es war beissend kalt und der ganze Ort war von einer dicken Schneeschicht eingehüllt. Nicht aber der Platz, den man nach einer kurzen Busfahrt einige Minuten vor Anpfiff erreichte. „Schuld“ daran wird wohl eine Rasenheizung sein, die hier ein schönes Bild in die Gegend zaubert. Ein alter Ground mit bespielbaren Rasen mitten in Unmengen von Schnee. Absolut idyllisch, das lässt sogar rechtzeitig zum Valentinstag die Hopperherzen höher schlagen.

Auch das Stadion mag zu gefallen, es ist für die Spielklasse überdurchschnittlich gross, was man der erfolgreichen Vergangenheit des FC La-Chaux-de-Fonds zu verdanken hat, und verfügt über zwei grosse Tribünen. Ich setzte mich, nachdem ich die vom Schnee zugeschneite Haupttribüne erklommen hatte, auf einen der Stühle und liess das Ganze auf mich wirken.

Zu einem gelungenen Ausflug gehört natürlich auch ein gutes Spiel und auch das wurde einem geboten. (Vielleicht weil der Fussballgott wusste, was in den nächsten Tagen passieren würde.) Bereits kurz nach dem Anpfiff sahen die 11 Zuschauer (+ 1 Hund) einen ersten Treffer für die Gäste aus Porrentruy, einer Gemeinde aus dem äussersten Zipfel der Schweiz. Der sechsfache Schweizermeister liess sich durch diesen Gegentreffer aber nicht aus dem Konzept bringen und kam nur wenige Augenblicke später nach einem sehenswerten Kopfballtreffer zum Ausgleich. In der Folge hatten die Gastgeber das Geschehen mehr oder weniger souverän im Griff und kamen nach dem Seitenwechsel noch zu drei weiteren Treffer, was ihnen schlussendlich verdient einen 4:1 Heimsieg in diesem Testspiel zweier Fünftligisten bescherte.

Wie die fleissigen Leser vielleicht gemerkt haben, habe ich mir das Nennen der Torschützen abgewöhnt, zumindest in den unteren Ligen. Es sei denn, ich kriege haufenweise Mails von Leser die weiterhin die Namen von irgendwelchen Feierabendkickern rund um den Globus hier lesen wollen. Nach dem Schlusspfiff verabschiedete man sich wieder aus dem Winterwunderland und kehrte in die Heimat nach Lausanne zurück. Dort ging es dann zügig in die Waagrechte, zumal am nächsten Tag ein Zugmarathon anstehen sollte, denen sich wohl nur die Verrücktesten antun würden. Oder eben nur Groundhopper. Ähm ich mein natürlich „Kunstrasenhopper.“ 😉

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13. Februar 2015