Groundhopping

FC Lustenau – SV Frastanz (29.05.14)

Einmal mehr flüchtete man an einem Feiertag ins österreichische Exil, dieses Mal um den allfälligen Aufstieg des FC Lustenau live mitzuerleben. Aufstieg, naja nach dem Konkurs im März 2013 gingen beim ältesten Verein im Vorarlberg beinahe die Lichter aus und man ist hier froh, überhaupt noch Fussball spielen zu können. Und so spielt man halt nicht wie Rivale Austria Lustenau, um den Aufstieg in die Bundesliga, sondern vielmehr um den Aufstieg aus der 2. Landesklasse in die erste. Also von Liga 7 in Liga 6. Das Spiel der 25. Runde wurde vorverschoben und fand nun schon um 10:30 statt, für uns um so besser, als wir uns am Morgen langsam per Zug in Richtung Österreich bewegten. In Lustenau angekommen stellte sich die Stadionsuche dann als wesentlich schwieriger heraus als wir dachten und das Stadion an der Holzstrasse wurde von uns zuerst für eine grosse Scheune gehalten. Auch die Flutlichtmasten fehlten. (Ob die wohl zwangsversteigert wurden?) Nein, Spass beiseite, im Innern fand man einen ganz passablen Old-School-Ground vor, der mit charmanter Holztribüne besticht. Richtig sympathisch das Ganze; gefiel mir sehr!

Das Spiel dann naja, der Liga entsprechend halt, und trotzdem wurde uns auch dieses Mal, wie fast immer in Österreich, ein frühes Tor beschert. In der 4. Minute traf nämlich Hüseyin Zengin nach einem umstrittenen Elfmeterentscheid zum 1:0 Führungstreffer. Die Lustenauer hatten auch in den Folgeminuten mehr vom Spiel, in der 10. Minute schoss man aber jämmerlich über das Tor. Nun ja, zumindest den Bergpreis hätte es dafür gegeben. Nach rund 20 Spielminuten fand nun auch die Gäste aus Frastanz (was für ein Name?!) besser ins Spiel und kamen zu einem ersten gefährlichen Abschluss. Eine zweite Chance bot sich den Gästen nach einem etwas zu rustikalen Einsteigen des Torwartes, der einen Elfer verursachte. Alexander Kassin bewahrte die Ruhe und traf in der 26. Minute souverän zum 1:1 Ausgleichstreffer. Bis zur Pause ging dann nicht mehr fiel und die 390 Zuschauer im Lustenauer Stadion hofften auf ein zweites Tor und den damit verbundenen Aufstieg. Dieser Wunsch schien erhört zu werden, denn in der 51. Minute köpfelte der grossgewachsene Johannes Giselbrecht die Lustenauer mit dem 2:1 ins Aufstiegsglück. Denn die Gäste mochten trotz Überlegenheit nicht mehr zu reagieren und die Erleichterung war bei allen riesengross und es wurde gefeiert was das Zeug hält.

Spannend waren auch die beiden Fanlager, auf Seiten des Heimteams doch ein recht grosser Haufen mit Fahnen und Zaunfahnen, die recht ordentlich supporteten, zumindest für Liga 7 etwas Besonderes. Auf der anderen Hintertorseite, wo man ebenfalls eine mehrstufige Stahlrohrtribüne vorfindet, hatten es sich einige Gästefans bequem gemacht, wobei vor allem ein Typ mit einer Serbienfahne, durch eine Pyro und Böller, fast schon im Minutentakt, auffiel. Die Heimreise führte uns innerhalb kurzer Zeit via Heerbrugg wieder problemlos in die Gallusstadt. Ein weiterer Ground darf somit abgehakt werden.

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29. Mai 2014