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FC Mulhouse – ASM Belfort (29.03.14)

Wer bereits einmal mit dem Flugzeug in die Ferien ging und dabei als Abflugort nicht den Flughafen Zürich gewählt hat, ist zwingend bereits über den Namen Mulhouse gestolpert. Die Stadt teilt sich nämlich zusammen mit dem schweizerischen Basel den „EuroAirport“. Aber auch sonst erfreut sich die grösste Stadt des französischen Départements Haut-Rhin im Elsass allgemeiner Bekanntkeit und blickt auf eine abwechslungsreiche und erfolgreiche Entwicklungsgeschichte zurück.

„La ville“ wie es im Franzöischen so schön heisst, kommt sehr schmuck daher und auch die Leute in der Altstadt hinterlassen einen lockeren Eindruck. Fussball wird auch hier gespielt, zwar nicht so erfolgreich wie noch gestern in Dijon, aber immerhin in der CFA, der vierten und höchsten Amateurliga Frankreichs, in welcher man auf vier Regionalgruppen verteilt gegeneinander antritt. Der heimische FC Mulhouse trifft dort heute im Derby auf den Rivalen aus Belfort und der Aufmarsch von lediglich 300 Zuschauern war aber ziemlich enttäuschend und sicherlich nicht eines Derbys würdig. Der Grund liegt wohl eher bei der durchzogenen Saison und die daraus folgenden 9. und 11. Tabellenplätze, als bei der geografische Hürde von nur knapp 30 Kilometern oder 45 Fahrminuten. Durch die Inkooperierung in Deutschland gilt es speziell zu erwähnen, dass der Verein bereits in zwei Ländern mehr oder weniger erfolgreich der wichtigsten Nebensache der Welt nachging.

Gespielt wird im Stade de l’Ill, welches ganz in der Nähe des gleichnamigen Flusses etwas ausserhalb des Zentrums zu finden ist. Es ist naürlich nie wirklich gut gefüllt, da wohl eher selten 11´300  Zuschauer den Weg zu einem Viertligaspiel finden werden. Umgeben wird das Spielfeld von einer Laufbahn. Auf beiden Querseiten sind jeweils hohe Tribünen zu finden, hinter den Toren gibt es mehrstufige Rundtraversen.

Die Anfangsviertelstunde zeigte, dass hier Amateurfussball betrieben wird, denn keine Mannschaft agierte wirklich zwingend und so vergingen 17 Minuten ehe Mulhouse per Kopf zu einer ersten Torchance kam. Die Szene wird hier jedoch nur mangels Alternativen erwähnt. Dann aber plötzlich in der 21. Minute das 1:0 aus dem Nichts, als Farez Brahmia einen Konter über links per Flachschuss erfolgreich abschloss. Vier Minuten später kamen auch die Gäste zur ihrer ersten Torgelegenheit, die jedoch ohne Ertrag blieb. Kurz vor der Pause kam dann doch noch so etwas wie Derbystimmung auf, als es nach einer Tätlichkeit zur Rudelbildung kam. Beide Teams spielten von da an nur noch zu zehnt, da der Schiedsrichter die beiden Streithähne frühzeitig des Feldes verwies. Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit war dann wieder etwa so spannend wie eine Dokumentation über das Leben und die Fortpflanzung des amerikanischen Zwergspechtes. Auch hier warteten die Zuschauer bis zur 62. Minute um einer sehenswerten Parade des Heimkeepers applaudieren zu können. Die Partie nahm nun aber etwas mehr Fahrt auf und nur drei Minuten später vergab Mulhouse‘ Brahmia nach einem Dribbling die Chance zur Zweitoreführung.

Wer sich nun auf eine spannende und packende Schlussphase gefreut hatte, liegt leider falsch. Ausser den paar Dutzend Heimfans die Stimmung machten war es ruhig, was sich anscheinend auch auf das Spielfeld übertrug, denn da ging nicht mehr viel. Somit der 1:0 Sieg die logische Folge, mit welcher das Publikum grösstenteils leben konnte. Das Heimteam konnte durch den Sieg ihre Negativserie beenden und hat sich nun nach einer sportlich gesehen eher schwierigen Situation vorerst wieder gefangen.

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29. März 2014