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FC St. Gallen II – FC Tuggen (30.03.14)

20. Mai 2008 kurz nach 21:30 Uhr. Die Ostschweiz weint, St. Gallen weint, die Spieler weinen. Mit dem 0:2 im Barragerückspiel gegen die AC Bellinzona ist der Abstieg der Gallusstädter besiegelt. Ausgerechnet im letzten Spiel im altehrwürdigen Espenmoos. Frust macht sich breit, Verzweiflung und Ratlosigkeit. Einigen Anhängern wird das Abschiedsspiel, die Derniere, im so geliebten Espenmoos zu viel, sie drehen durch. Hier, wo vor wenigen Jahren noch der Meistertitel gefeiert wurde, bildet sich ein Schleier der Trauer um das Espenmoos, welcher manche Fan noch heute zu spüren bekommt.

Heutzutage weiss man, dass der FC St. Gallen den Direktaufstieg wieder geschafft hat, nur jedoch für zwei Jahre, ehe er wieder in die Niederungen der Challenge League buxiert wurde. Der Umzug in die AFG Arena tat weh, noch mehr, als man da am Anfang nur Zweitligafussball zu sehen bekam. Nun hat sich der FCSG aber wieder in der höchsten Spielklasse etabliert und in der letzten Spielzeit sogar auf europäischer Ebene für Furore gesorgt. Weniger gut lief es der AC Bellinzona, die zwar aufstieg, nun aber im letzten Jahr den Konkurs nicht mehr abwenden konnte und aufgelöst wurde.

Was bleibt ist das Espenmoos, wenn auch nur die damals supermoderne Muscheltribüne. Sie bietet das Zuhause für die zweite Mannschaft der St. Galler. Diese Mannschaft sieht sich aber auch unmittelbar mit dem Abstieg konfrontiert und zwar in der 1. Liga Promotion, der dritthöchsten Spielklasse. Ziemlich abgeschlagen, gilt es heute gegen den Aufstiegsaspirant Tuggen, der unter anderem mit Ex-St. Galler Marco Hämmerli antrat, mindestens einen Punkt anzustreben. Im Tor der Gäste wurde noch mein alter Turnlehrer erkannt, sodass die Partie gerade nochmals etwas interessanter daherkam. Mit Juho Mäkelä im Sturm sollte mein alter Turnlehrer eigentlich viel beschäftigt sein, denn der Finne spielt normalerweise in der ersten Mannschaft der St. Galler. Heute fiel er aber eher ab, als sich positiv in Szene setzen zu können.

Demzufolge ging es in Ordnung, dass Javier Santana die Gäste in der 40. Minute mit 0:1 in Führung brachte. Er profitierte von einer Unsicherheit des St. Galler Schlussmannes. Es schien sich beim Heimteam also wieder alles in die gewohnte Richtung zu entwickeln, der zumindest vor dem Seitenwechsel nicht mehr reagieren konnte. Wir stehen schon tief in der zweiten Halbzeit, als St. Gallen doch noch zum 1:1 Ausgleichstreffer kommt. Yannik Grin traf in der 74. Minute aus einiger Entfernung mit einem satten Flachschuss. Zum heutigen Spiel kamen 200 Zuschauer, die Stimmung erinnerte jedoch eher an eine Briefmarkenausstellung.

Das 1:1 bringt beiden Mannschaften nicht sonderlich viel, rund um Tuggen gibt es eine kleine Zäsur und die zweite Garde der St. Galler bleibt weiterhin abgeschlagen auf dem Abstiegsplatz.

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30. März 2014