Groundhopping

FC Porto – Dynamo Kiew (24.11.15)

Wenn vier Flüge zusammen billiger kommen als ein Tag für eine Einzelperson in einem Schweizer Skigebiet kann man einfach nicht widerstehen. So geschehen Ende September, als vier Flüge rund um die iberischen Halbinsel für rekordverdächtige 87 Franken auf meinen Namen gebucht wurden. Problemlos fand man mit Jonathan schnell einen Begleiter für eine Reise, die als Kompensation für all die magere Fussballkost des laufenden Jahres gelten sollte.
Besucht werden sollte zuerst die Weinstadt Porto mit dem Champions-League-Spiel gegen Kiew, ehe am nächsten Tag in der spanischen Hauptstadt Atletico gegen Galatasaray Istanbul zum Tanz auf der grünen Unterlage bat. Den Abschluss sollte erneut wiederum Portugal, diesmal aber in der Hauptstadt gemacht werden. Dort würde die OS Belenenses, nach zwei Partien der Königsklasse unsererseits, in der Europa League auf das polnische Team von Lech Poznań treffen.

Apropos Poznań, wo man ja vom 24. – 27. Juli mitunter mit Jonathan zu Gast war, wollte es der Zufall, dass obengenannte Reise erneut auf genau diese vier Tage im Monat, einfach mit einer viermonatigen Differenz, fallen sollten. Der Flughafen in der Calvinstadt bot dann auch eigentlicher Startpunkt der Reise, nachdem man am Vorabend noch ein kühles Bier am Lausanner Seeufer genossen hatte.

In Porto angekommen konnte die Bleibe glücklicherweise bereits früh bezogen werden, sodass einem ersten Stadtrundgang nichts mehr im Wege stand. Die Stadt an der Mündung des Douro in den atlantischen Ozean präsentiert sich dann rund um dessen Ufer auch als wahre Pracht, wo man bei sommerlichen Temperaturen und T-Shirt-Wetter das Leben geniessen durfte. Wirklich eine Stadt, die mir sehr gefällt und vom Sehenheitswert für meine Begriffe sogar noch vor der Hauptstadt liegt. In solchen Momenten liebt man sein spezielles Hobby einfach nur.

Wegen der Zeitverschiebung wurde hier die Partie bereits eine Stunde früher angepfiffen, um einen fairen Wettbewerb zu garantieren, wohl aber auch dem Konsumenten in der Heimat das Ganze zur idealen Sendezeit vorführen darf. Und dieses Ost-West-Rencontre bietet durchaus Unterhaltungswert! Während sich Chelsea in dieser Gruppe wohl den Platz an der Sonne sichert, duellieren sich die Portugiesen mit dem ukrainischen Vertreter aus Kiew um den zweiten Platz.

Wenn die CL-Hymne ertönt ist es doch immer etwas Spezielles. Im Tor der Talentschmiede schlechthin mit Iker Casillas übrigens einer der besten seines Faches am Werke. Aber auch er konnte die überraschende 0:2 Niederlage, hervorgerufen durch ein Kopf- und Penaltytor nicht abwenden. Die Mannschaft rund um Yarmolenko spielte couragiert und konnte die knapp 500 mitgereisten Ukrainer prompt belohnen. Später sollte diese Heimniederlage auch entscheidend sein, dass die Drachen nur in der Europa League spielen dürfen, während sich die Mannschaft auf der ukrainischen Hauptstadt doch etwas unerwartet für die KO-Runde qualifizieren.

Uns war ihr Auftritt vor 31’220 Zuschauer aber durchaus sympathisch und in guter Erinnerung, als man sich vom modernen Stadion entfernte und zum Nachtquartier bewegte.

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24. November 2015