Groundhopping

FC Wacker Innsbruck – SK Rapid Wien (14.09.13)

Am Abend zuvor noch in Rapperswil am Eishockeymatch der Lakers, an diesem Morgen bereits um 5:15 Uhr auf den Beinen, schlussendlich ging es heute nach Innsbruck welches rund 200 Kilometer entfernt im schönen Tirol liegt. Selten einen solchen Stress gehabt, waren wir doch verdammt knapp dran. Dementsprechend übel war es uns darum auch auf der Fahrt dahin. Um 9 Uhr früh morgens pünktlich angekommen, besichtigten wir zuerst die Innenstadt mit ihren verschiedenen Sehenswürdigkeiten, welche jeweils die Senioren magisch anziehen. Innsbruck liegt inmitten von Bergen, welche bereits verschneit waren. Dementsprechend frisch war es auch. Innsbruck ist für uns Schweizer vor allem wegen dem Shoppen bekannt, hat Innsbruck doch einen Primark, der Inbegriff eines Kleiderladens. Auch wir konnten ihm nicht widerstehen, der Kaufrausch hielt sich jedoch dieses Mal in Grenzen wenn ich jetzt so an London jeweils denke. Innsbruck verfügt auch über eine mittlerweile sehr moderne Skisprunganlage, die Bergiselschanze, die zum Austragungsort der preisträchtigen Vierschanzentournee gehört.

Am Nachmittag ging es zu Fuss weiter durch die Stadt bis zum Stadion Tivoli, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Stadion der Alemannia aus Aachen, welches etwas abseits des Zentrums liegt. Für 20 Euro haben wir Karten für die Gegentribüne bekommen, welche sich als Glücksgriff erwiesen, zumal man die Sonne geniessen konnte und sich einem zudem eine seltene Aussicht auf die Sprungschanze und die Tiroler Bergwelt offenbarte.

Der FC Wacker Innsbruck feierte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag und ausgerechnet für das heutige Spiel waren alle Feierlichkeiten geplant. Einziges Manko an diesem sonst bis jetzt perfekten Ground waren die beiden alten Herren eine Reihe vor uns, ausgerechnet aus der Schweiz, welche sich als selbsternannte Fussballkenner ausgaben und manchen Zuschauer verärgerten. Als die Spieler einliefen, zeigten die Fans der Innsbrucker eine dreiteilige Choreografie der Extraklasse. Als erstens wurde ein etwa sechzig Meter langes Transparent auf dem „FC Wacker Innsbruck 1913“ stand über die ganze Heimrampe gezogen. Danach wurden alle Mottoshirts die jeweils grün und schwarz waren in die Höhe gehalten und zum Schluss wurde noch ein riesiges Vereinswappen in die Höhe gezogen. Auch auf dem Platz ging es mit einem Paukenschlag los. Besser gesagt mit einem Schiedsrichterpfiff und einer daraus folgenden roten Karte für die Hausherren. Gespielt waren gerade mal 76 Sekunden. Und als wäre das nicht schon genug fand das Foulspiel im Strafraum statt und es gab so nach 2 Minuten bereits Strafstoss für die Wiener.

Die Fans waren mit dieser harten Entscheidung (zurecht) nicht einverstanden und es flogen Bier und andere Gegenstände auf das Spielfeld, darauf wurde das Spiel unterbrochen. Nach dem kurzen Unterbruch traten die Wiener zum Elfmeter an, unter gellenden Pfiffen der Innsbrucker Fans. Doch Szabolcs Safar in Tor der Einheimischen konnte den Elfmeter parieren und so war im Stadion die Hölle los. Solche Geschichten schreibt nur der Fussball. In der Folge mussten die Innsbrucker jedoch mit einem Mann weniger auskommen was einfacher gesagt als gemacht wird. In der 31. Minute jedoch köpfelte Mario Sonnleitner zum 0:1 für die Gäste ein. Riesiger Jubel bei den vielen mitgereisten Gästefans. Die Innsbrucker konnten sich jedoch mit dem 0:1 in die Pause retten. Somit lag zumindest rein theoretisch noch ein Punktgewinn fürs Heimteam drin. Nach der Pause sah ich die wohl grösste Pyroshow zusammen mit Rauchbomben. Das ganze Stadion wurde in dicken grünen Rauch eingehüllt.

In der 2. Halbzeit zeigten die Gäste aus der Hauptstadt jedoch, warum sie in der aktuellen Saison in der Europa League vertreten sind. Das 0:2 in der 55. Minute war jedoch ein halbes Eigentor bei dem der Wiener Stürmer Terrence Boyd vom Innsbrucker Verteidiger angeschossen wurde. In der Folge machte sich der Kräfteverschleiss seitens des Heimteams immer mehr bemerkbar und so war trotz herausragender Goalieleistung von Szabolcs Safar das dritte Gegentor nur eine Frage der Zeit. Diese Frage beantworte uns Thanos Petsos mit einem wunderschönen Freistoss ins Lattenkreuz in der 80. Minute zum 0:3. Der Widerstand der Tiroler war nun endgültig gebrochen. Das 0:4 in der 88. Minute durch Guido Burgstaller war dann nur noch Zusatz. Ein bitterer Nachmittag für die Einheimischen mit einer klaren Niederlage war nun Realität geworden. 10’642 Zuschauer verfolgten die Partie.

Nach dem Spiel ging es zurück in die Stadt wo der Tag gemütlich zu Ende gebracht wurde. Um Mitternacht war ich wieder zuhause.

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14. September 2013