Groundhopping

FC Winterthur – FC Zürich (12.12.16)

Die neugebaute Gegentribüne auf der Winterthurer Schützenwiese forderte einen weiteren Besuch und was bietet sich für dieses Unterfangen besser an, als das Derby gegen den Absteiger FC Zürich? Genau dieses Spiel, natürlich mit umgekehrtem Heimrecht, hatte ich bereits im Juli besucht und bekam eine interessante Partie mit starken Auftritten beider Fanlager zu sehen. Ebenfalls wie beim letzten Mal fand ich auf der Pressetribüne Platz, während das Stadion mit 9’400 Zuschauern bereits seit Wochen ausverkauft war.

Am besagten Montagabend also direkt nach der Arbeit den Zug mit Zielort Winterthur bestiegen, wo ich auf Kumpel Schenk traf, der mittlerweile regelmässig die Spiele des FCZ besucht und auch heuer eine der begehrten Karten für den Gästeblock besass. Daher wurde es nichts mit einem gemeinsamen Spielbesuch und wir reduzierten auf einen kurzen Schwatz sowie die gemeinsame Nahrungseinnahme. Nun konnte einem Fussballfest meines Erachtens nichts mehr im Wege stehen, doch nachdem ich meinen Platz auf der Haupttribüne einnahm, ahnte ich Böses. Schlechte Sicht und derart dichter Nebel wie einst in der Europa League gegen Swansea. Das ist ja mal ärgerlich. Vor allem, wenn dadurch die Bilder vom rot-weissen Fähnchen-Intro der Heimseite nichts taugen und auch die folgenden Pyroaktionen der Winterthurer meinem überforderten Objektiv zum Opfer fielen. Lediglich auf Zürcher Seite konnten einige passable Stimmungsbilder eingefangen werden. Hier gab es neben viel Pyrotechnik zu Beginn auch noch Raketen, die den Winterthurer Nachthimmel erhellten. Die Stimmung präsentierte sich durch die neue Tribüne vor allem bei Angriffen der Hausherren als sehr gut, wobei von Seiten der Zürcher der Support aufgrund schlechter Akustik doch ab und an etwas an Schlagkraft verlor. Auch über die relativ dürftige Zaunbeflaggung seitens des FCZ war ich überrascht. Insgesamt aber dennoch ein netter Old-School-Football-Abend.

Auf der grünen Unterlage entwickelte sich bald schon ein offener Schlagabtausch, bei dem der Favorit, wie bereits im Hinspiel mit 0:2 Toren Differenz die Oberhand behielt. Begünstigt wurden sie bei ihrem Vorhaben durch eine harte Sanktionierung des Schiedsrichters, der nach einer guten Stunde einen Spieler von Rot-Weiss in die Kabine schickte. Nach dem Führungstreffer brannte es im Zürcher Sektor erneut und die Rauchschwaden zogen aufs Spielfeld, was für noch schlechtere Sicht sorgte. So drohte der Speaker bereits mit der Ansage, bei weiterem Gebrauch von Pyrotechnik müsse das Spiel abgebrochen werden. Just in dem Moment zünden auf der Gegenseite die Winterthurer ihre Rauchstäbe. Reinstes Kabarett! Glücklicherweise blieb es aber bei einem kurzen Unterbruch, ehe die Partie wieder aufgenommen und schliesslich mit gut zehn Minuten Nachspielzeit abgepfiffen wurde.

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27. Dezember 2016