Groundhopping

Manchester City – Burnley FC (02.01.17)

Auch im neuen Jahr ziehen die Tage ungewohnt schnell ins Land und daher stand heute bereits das letzte Spiel der Tour an. So ganz ohne Kultur durfte diese Reise natürlich nicht zu Ende gehen, wobei ich mich hier etwas gar kultiviert gebe, zumal damit eigentlich nur ein Besuch im National Football Museum gemeint ist. Man muss mir aber zugestehen, dass dies für einen jeden Fan des Ballsports obligatorisch ist und Manchester ansonsten (was von vorherigen Besuchen allerdings bekannt war) nicht viel zu bieten hat. Ebenfalls als Novum, quasi zum Abschluss, stellten die eigenen Füsse als Transportmittel bis zum Stadion dar. Dort warteten verstreut sechs Plätze (Adrian musste als Landesverteidiger die verfrühte Heimreise antreten) auf der Haupttribüne darauf, besetzt zu werden. Scheint aber im „Emptyhad Stadium“ kein Problem zu sein, trotzdem nebeneinander zu sitzen.

Wirklich, ich habe noch nie so viele leere Sitze an einem Spiel der ersten britischen Liga gesehen. Der bereits jetzt schlechte Eindruck wird durch nicht vorhandene Stimmung sowie virtuelle Zaunfahnen abgerundet, die mitsamt Windeffekt auf den Bildschirmen zwischen Unter- und Oberrang wehen. Die wenigen richtigen Stoffstücke zeigen Textaufschriften wie „Man City Fans Sierra Leone“ oder Lobhymnen auf Scheich Mansour. Nein, das ist nicht meine Welt hier. Und dies obwohl Manchester City die Heimat meiner Lieblingsband Oasis ist. Damit wäre dann auch die Frage nach dem Highlight geklärt, welches der Song „Blue Moon“ aus den Stadionboxen nach Spielschluss darstellte.

Ansonsten kann ich nun ganz gut verstehen, dass United in der Stadt klar das Sagen hat und man nicht selten ein „Man Shitty“ aus der Führerkabine der Taxis hört. Auf dem Rasen zeigte die zusammengeschusterte Truppe aus internationalen Topstars ebenfalls keine Glanzleistung und kam vor 54’463 Zuschauern zu einem mageren 2:1 Heimerfolg. Hätte Burnley, wiederum mit dem Dreifachtorschützen Gray in ihren Reihen, an die Leistung vom Silvestertag anknüpfen können, wäre hier im vergrösserten Neubau deutlich mehr drin gelegen. Während wir nach der abgelaufenen Spielzeit die Wendeltreppen von der Tribüne nach unten laufen, bietet sich nochmals ein letzter Panoramablick über Manchester, untermalt von einen wunderschönen Sonnenuntergang. Ein perfekter Abschluss für eine weitere gelungene Geburtstagsreise. Am nächsten Morgen setzte der Blechvogel bei -5 Grad und Schneefall wieder in der Schweiz auf. Trotz dem Jahreswechsel also alles weiterhin beim Alten. Ich wäre auch überrascht gewesen…

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19. Januar 2017