Groundhopping

SV Darmstadt – FC Augsburg (12.03.16)

Während es sich die Herzensdame für ein paar Wochen in Down Under gutgehen lässt, bringt dies in den heimischen Gefilden einmal mehr die Möglichkeit mit sich, ein ganzes Wochenende dem Entdecken neuer Stadien zu widmen. Soll heissen, dass sich unser vereinbartes Trio am Samstag um 8 Uhr beim St. Galler Bahnhof treffen sollte. Klappte mit dem Namensvetter dann auch ganz gut, während vom dritten im Bunde an jenem Morgen jede Spur fehlte.

Verlängerter Schlaf und das Überhören des Weckers sorgten für den Fauxpas und die Tatsache, dass der Herr eine Stunde später auf individuellem Wege anreiste. Den zweiten Treffpunkt hatte man somit um die Mittagsstunden auf den Darmstädter Hauptbahnhof gelegt. Die Fahrt bei mir und Kollege Schenk völlig ereignislos, wobei beide in ihre Lektüre vertieft waren und mitunter noch etwas Schlaf nachholten. Mit der Ankunft stieg dann auch die Vorfreude auf das Wochenende mit den beiden Auswärtsspielen der jeweiligen Sympathievereine. Apropos Sympathie, diese hat sich der Sportverein Darmstadt bei mir auch erarbeitet. Sei es wegen den Charaktertypen wie Sailer und Schuster, wobei letzterer zusätzlich noch mit diversen Aussagen zu glänzen weiss; oder dem originellen Stadion, quasi als letztes Relikt der alten Zeit und der Ausgangspunkt für den beachtlichen sportlichen Werdegang der Lilien in den letzten Jahren.

Der Nachteil einer solch alten Spielstätte zeigt sich dann allerdings beim Gästeblock, der nur schwer zu erreichen ist. So musste meinerseits ein Sprint her, um pünktlich zum Spiel im Block zu sein, während es die beiden anderen Herrschaften etwas gemütlicher nahmen und damit die Trauerminute für Johnny und eine anschliessende Choreografie zu seinen Ehren verpassten. Der engagierte SVD-Fan erlag nach langem Kampf einem Krebsleiden. Die mitunter von ihm gegründete Aktion „Du musst kämpfen“ existiert jedoch weiter und freut sich über Spenden.

In solchen Momenten wird der Fussball jeweils nebensächlich. Hier der Vollständigkeit halber trotzdem noch ein kurzes Resümee zum Spielverlauf. Darmstadt starte in einer niveauarmen Partie druckvoller und konnte noch in der ersten Halbzeit durch teils haarsträubende Fehler einige Chancen herausspielen, wobei zwei genutzt wurden. Das Verdikt schien damit zur Halbzeit bereits klar, was sich auf die bereits bescheidene Stimmung im Gästeblock noch stärker auszuwirken schien. Doch der FCA schöpfte nach dem durchaus sehenswerten Anschlusstreffer nochmals Hoffnung und kam tatsächlich zum vermeintlichen Ausgleich, welcher aber fälschlicherweise nicht gegeben wurde. Kollektives Aufatmen bei den meisten der 16’000 Zuschauer im Rund. Für ausgleichende Gerechtigkeit sorgte dann allerdings der Pfiff des Schiedsrichters in der Nachspielzeit, der den Fuggerstädtern damit einen Penalty schenkte. Finnbogason in den Reihe der Gäste nahm die Offerte dankend an und versenkte zum späten aber wichtigen 2:2 Endstand. Somit wurde es nochmals laut im Gästeblock und man sah getröstet über die weite Strecken schwache Leistung am heutigen Nachmittag hinweg. Im Laufe der Saison kann diese Lethargie der Mannschaft aber durchaus noch zum Verhängnis werden.

Für uns drei folgte ein gutes Nachtessen in Darmstadt sowie Entspannung im Hotelpool, ehe es am nächsten Tag nach Basel ging. Dort trennte sich die Gruppe. Während Namensvetter Andrin die Gruppe in Richtung Heimat verliess, sahen Sergio und ich im St. Jakob Park noch die 4:2 Niederlage gegen den FCB. Zur Pause hatte man noch mit 1:2 geführt. Die alte Leier…

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12. März 2016