Groundhopping

Young Boys Bern – FC St.Gallen (03.03.13)

Ziemlich früh gings an diesem Sonntag los Richtung Bern nämlich um 9:18 fuhr der Extrazug aus dem heimischen Bahnhof. In neun Wagen aufgeteilt, ratterten etwa siebenhundert FCSG-Fans, die einen mehr optimistisch die anderen weniger, immer tiefer in die Schweiz hinein. Nach Zwischenstopps in Gossau, Flawil, Uzwil und Wil, fuhren wir um 12:15 Uhr in den Bahnhof Bern Wankdorf ein. Inmitten von Hunderten von Fans, machten wir uns zu Fuss auf, die kurze Strecke bis zum Stade de Suisse, hinter uns zu bringen.

Die  Fans machten sich sofort daran, die verschiedenen Banner zu befestigen. Obwohl das Stade de Suisse über 2 Ränge verfügt, wird von den meisten Auswärtsfans nur der obere Rang genutzt. Es sei denn, meistens auf europäischer Ebene, ein Auswärtsteam bringt soviele Fans mit, um beide Ränge zu füllen. Im Voraus einigten sich die beiden Fanlager, während 10 Minuten (10. – 20. Spielminute) auf den Support zu verzichten. Das Spiel begann um 13:45 Uhr und 15’192 Zuschauer sahen eine über weite Strecken enttäuschende Partie, die die Berner Young Boys schlussendlich mit 2:0 für sich entschieden.

Speziell an diesem Spiel waren einzig die Zeit, in der gestreikt wurde. Die St.Galler Fans traten in den Sitzstreik und die Berner Fans verliessen sogar den Fanblock. Ein grosses Plakat wurde aufgehängt auf dem www.konkordatnein.ch zu lesen war. Die Atmosphäre erinnerte an ein Trainingsspiel. Das Konkordat will eine Verschärfung der Sicherheit in und um die Stadien, welches aber mit Einschneidungen in die Grundrechte für viele Fans als No-Go taxiert wurde. Nach dem Spiel hatten wir eine 30-minütige Blocksperre abzuwarten, ehe wir mit dem Zug um 19:00 Uhr wieder ins heimische St.Gallen zurückkehrten.

Noch besonders zu Erwähnen gibt es einerseits das miserable Catering der Berner im Gästeblock, andererseits die Stadionlautsprecher.

Zum Catering: Rund 5 unfähige Verkäufer, die von Kopf bis Fuss vom Fleischhersteller Bell ausgestattet wurden und eher als menschliche Werbefläche galten, waren völlig überfordert. Nach nur einer halben Stunde war das sowieso schon dürftige Sortiment um eine Delikatesse ärmer. Also mussten sich die Fans mit der YB-Wurst, die mit einem steinharten Semmel und mit Ketchup serviert wird, zufrieden geben.
Zu den Lautsprechern: Jeweils bei Toren der Berner erklingt das YB-Lied, welches in solcher Lautstärke durch das Stadion dröhnt, dass einem fast die Ohren abfallen.

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3. März 2013