FC Mulhouse – ASM Belfort (29.03.14)

Wer bereits einmal ab Basel in die Ferien geflogen ist, muss zwingend über den Namen Mulhouse gestolpert sein. Die Stadt teilt sich nämlich zusammen mit der Stadt am Rheinknie den „EuroAirport“. Auch sonst erfreut sich die grösste Stadt des Départements Haut-Rhin allgemeiner Bekanntheit und blickt auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurück.

Mulhouse kommt schmuck daher und auch die Leute in der Altstadt hinterlassen einen lockeren Eindruck. In Mülhausen, wie die Stadt auf deutsch unschön heisst, wird auch Fussball gespielt. Zwar nicht so erfolgreich wie in Dijon, aber immerhin in der CFA, der vierten und höchsten Amateurliga Frankreichs. Dort trifft der FC Mulhouse trifft heute im Derby auf den Rivalen aus Belfort und der Aufmarsch von lediglich 300 Zuschauern ist doch eine Enttäuschung. Das Spiel findet im Stade de l’Ill statt, das ganz in der Nähe des gleichnamigen Flusses etwas ausserhalb des Zentrums zu finden ist. Auf beiden Seiten stehen jeweils hohe Tribünen, während es hinter den Toren Stehtraversen gibt.

Die Anfangsviertelstunde zeigt, dass hier Fussball als Hobby gespielt wird, denn keine Mannschaft agierte zwingend und so vergehen 20 Minuten ohne Torchance. Dann aber folgt aus dem Nichts das 1:0 für den Gastgeber, der einen Konter über links per Flachschuss erfolgreich abschliesst. Vier Minuten später kommen auch die Gäste zur ihrer ersten Chance, die jedoch ungenutzt bleibt. Kurz vor der Pause kommt dann doch noch Derbystimmung auf, als es nach einer Tätlichkeit zur Rudelbildung kommt. Beide Teams spielen von nun an nur noch zu zehnt weiter. Wer sich nun auf eine spannende und packende zweite Halbzeit gefreut hat, liegt leider falsch. Ausser den Dutzend Heimfans die Stimmung machen, bleibt es ruhig. So ist der Heimsieg die logische Folge, mit dem ein Grossteil des Publikums gut leben kann.


Dijon FCO – AC Arles-Avignon (28.03.14)

Als Zentrum des Départements Côte-d’Or liegt die Stadt Dijon am westlichen Rande der Saône-Ebene. Die Distanz zur Schweiz beträgt nur knapp zweihundert Kilometer. Berühmt ist die Stadt vor allem für ihren Senf, den es in diversen Variationen zu ersteigern gibt. Auch kulturell vermag die Stadt mit seiner Altstadt zu überzeugen, was vermehrt asiatische Touristen anlockt. Ebenfalls im Stadtzentrum unterwegs: ein Exemplar der Randgruppe der Fussballtouristen, das ein verlängertes Wochenende nutzt, um dem Zweitligisten einen Besuch abzustatten.

Durch das schöne Wetter begünstigt, machte ich mich am Abend zu Fuss zum Stade Gaston Gérard auf, das fünfundvierzig Gehminuten entfernt am östlichen Stadtrand liegt. Den Profistatus trägt FCO aus Dijon erst seit 2004. In der Saison 2011/12 konnten sie sich gar für eine Saison lang in der Ligue 1 versuchen. Gespielt wird in Dijon, wie in Frankreichs zweiter Liga üblich, jeweils am Freitagabend im Stade Gaston Gérard. Dieses wurde 1934 erbaut, während die beiden markanten Hintertortribünen das Stadion erst seit einer 2009 durchgeführten Renovierungsphase ergänzen.

Mit dem heutigen Gast aus den historischen Städten Arles und Avignon, durfte Dijon geschichtlich und kulturell gesehen einen Weltmeister begrüssen, fussballtechnisch ist Arles-Avignon eher Mittelmass und belegt derzeit den 11. Platz in der Tabelle. Für das Heimteam ist der Aufstieg weiterhin möglich, es sollte jedoch noch der eine oder andere Zähler gesammelt werden, damit auch die Senfstädter noch ein Wort um den Aufstieg mitzureden haben.

Abgesehen von einer Gruppe Jugendlicher, die mit einigen Schwenkfahnen aktiven Support zu leisten versuchten und den 20 Gästefans war nicht viel los im Stadion. Auch auf dem Platz ging in der ersten halben Stunde nichts, dann folgte in der 30. Minute ein Freistoss, den die Gäste an den Pfosten hämmerten. Eine Minute später war es der Linienrichter, der als Spielverderber agierte, als er Tor der Gäste wegen eines Offsides annullierte. Und so jubelt wenig später der Grossteil der 7’713 Zuschauer im Stadion, als Johan Gastien unhaltbar zur Führung für Dijon einschiebt. Nach einem Kopfball an die Latte kurz nach Wiederbeginn fehlten der Partie die weiteren Highlights und alles deutete auf einen knappen Heimsieg. Eine letzte Chance dies zu verhindern, bot sich den Gästen in der Nachspielzeit, als die Dijon-Verteidiger den Ball nicht aus der Gefahrenzone bringen und so Julien Cardy zum Abschluss aus der zweiten Reihe kommt. Bei seinem Schuss sieht der ansonsten makellose Goalie der Gastgeber nicht gut aus und prompt steht es 1:1. Es folgen heftige Schimpftiraden und Pfiffe gegen das Heimteam, die einem uneingenommenen Fussballtouristen wie mir fremd anmuteten.


FC Gossau - FC Baden

Gossau, der kleine Nachbar von St. Gallen. Bekanntheit erlangte der Verein, der von 2007 bis 2010 in der Challenge League spielte, vor allem durch den internationalen Wettskandal 2009. Seit dem freiwilligen Abstieg spielen die Gossauer in der vierthöchsten Spielklasse mit. In dieser Liga steht nebst der Meisterschaft auch die Qualifikation zum Cup auf dem Programm, in der die Gossauer auf den Ligakonkurrenten FC Baden treffen.

Die Partie beginnt gleich mit einem Kopfballtor für den FC Gossau und nach acht Minuten steht es – wiederum nach einem Eckball – bereits 2:0. Der FC Baden versteckt sich trotz der frühen Gegentore nicht und kommt nach einer Viertelstunde zum Anschlusstor. Nun ist der Gast am Drücker und hat in der 25. Minute ein „Wembley-Tor“ zu beklagen, das in diesem Fall nicht gezählt wird. Nur vier Minuten später ist der Ausgleich trotzdem Tatsache. Keine halbe Stunde ist an diesem kalten Märzabend gespielt, als der FC Baden nach einem Standard erstmals in Führung geht. Gossau blieb jedoch keine Antwort schuldig und erzielte den Ausgleich zum 3:3 in der 41. Minute. Eine erste Halbzeit mit sechs Toren, fünf davon nach Standards und vier davon mit dem Kopf erzielt. Ein richtig spannendes Cupspiel!

In der zweiten Halbzeit sind es die Badener Anhänger, die durch primitive Gesänge auffallen und es dauert bis zur 67. Minute, ehe der Sport wieder in den Fokus rückt. Roman Herger von den Gästen macht mit seinem Tor zum 3:4 den Hattrick perfekt. In der der Schlussphase fehlt den Gossauern die zündende Idee und vielleicht auch die Kraft, um sich gegen das drohende Cup-Aus zu stemmen. Mit dem 3:5 in der Nachspielzeit setzen die Gäste den Schlusspunkt in dieser hart umkämpften Partie, an der auch die 200 Zuschauer trotz Regen Gefallen gefunden haben.

Heimstätte des FCG ist die Sportanlage Buechenwald, die direkt hinter dem Bahnhof liegt und mit einer Holztribüne zu gefallen weiss. Für Gästefans, wie dies heute ausnahmsweise der Fall war, ist eine fünfstufige ungedeckte Rampe errichtet worden. Auf der anderen Hintertorseite gibt es keinen Ausbau, sondern nur ein Gitter mit farbigem Sichtschutz. Der Platz für die Heimfans liegt am Rand der Haupttribüne. Eng wird es hier nie, denn heute konnte ich nur fünf aktive Heimfans ausmachen.


SV Sandhausen – Arminia Bielefeld (16.03.14)

Als Sandhausen und Bielefeld in der Hinrunde aufeinander trafen, belegten die heutigen Gäste den dritten und damit den Relegationsplatz. Heute stehen sie wiederum auf dem Relegationsplatz, jedoch dem 16. und damit weit ungemütlicheren.

Höchste Zeit heute gegen David der Liga zu punkten. Um 13:30 Uhr ging es los und die schwierige Situation, in der sich die Teams befinden, war dem Spiel anzumerken. Nach einer halben Stunde kamen die Gäste zu einer ersten Chance und hätte Goalie Riemann nicht bravurös geklärt, wer weiss wie das Ganze ausgegangen wäre. So aber ging das Heimteam nach einer halben Stunde durch einen Kopfball von Nicky Adler mit 1:0 in Führung.

Nach dem Seitenwechsel waren die Hausherren weiterhin das aktivere Team und hätten mit dem Pfostenschuss in der 56. Minute beinahe die vorzeitige Entscheidung herbeigeführt. Es blieb aber auch so beim knappen Sieg für den Sportverein, den eine schwache Arminia zu keiner Zeit gross fordern konnte. Auch auf den Rängen hätte ich von den Ostwestfalen mehr erwartet. Die lange Anreise und das frühe Aufstehen müssen hier wohl als Entschuldigung hinhalten. Schlussendlich freuten sich die 4’100 Zuschauer im Hardtwaldstadion über den Sieg ihrer Lieblinge, die so den Aufwärtstrend einläuten. Ganz anders sieht es bei der Arminia aus, die im nächsten Spiel gegen den Tabellenletzten aus Cottbus unbedingt einen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen muss.

Das Hardtwaldstadion liegt ausserhalb der 15’000-Einwohner-Stadt Sandhausen mitten im gleichnamige Wald. Zu erwähnen gibt es die Nähe zum FC Astoria Walldorf, dessen Stadion nur drei Kilometer entfernt südlich liegt. Durch den Aufstieg in die 2. Bundesliga vergrösserte der Verein die Stadionkapazität mit zwei Tribünen auf 12’100 Plätze. Neben der Haupttribüne gab es zwei zusätzliche Tribünen, wovon die Fans eine davon als ihre Stehrampe nutzen. Auf der einen Hintertorseite steht eine grosse Sitzplatztribüne als Provisorium, gegenüber liegt der Gästeblock, der nur über einige Stufen verfügt. Auf der Gegengerade gibt es wiederum kleine Stehtribünen, die jedoch nur bei Spitzenspielen geöffnet sind.


TSG Hoffenheim - FSV Mainz 05

„Früher waren es Fans und Spieler, heute sind es Kunden und Produkte“, ist eine der Aussagen, die mir aus „Hoffenheim – Das Leben ist kein Heimspiel“ geblieben ist. Die Dokumentation, die ich mir als Vorbereitung zum Besuch in Sinsheim angeschaut habe, zeigt das „Märchen“ des Dorfclubs auf dem Weg in die Bundesliga.

Wer sich nicht aktiv mit dem Fussballgeschehen beschäftigt und in Sinsheim zu Gast ist, dem fällt nichts auf, das zeigt, dass der Verein noch vor ein paar Jahren in der Regionalliga gespielt hat – ein modernes Stadion, volle Ränge und attraktiver Fussball. Zu verdanken ist dies einzig und allein einer Person: Dietmar Hopp. Als Sportmäzen hat er seinen Jugendverein bis in die Bundesliga geführt. Bereits 290 Millionen Franken soll der Milliardär und SAP-Mitgründer in die TSG investiert haben. Der Erfolg blieb nicht aus. 2007 wurde die TSG Vizemeister in der damals drittklassigen Regionalliga. Im Jahr darauf holte Hoffenheim wiederum den Vizemeistertitel und spielt seither in der Bundesliga mit. Die beste Platzierung ist ein 7. Rang, zuletzt haben die Hoffenheimer in den hinteren Rängen Platz genommen. In der letzten Saison (2012/13) konnten sie gar nur knapp und dank Dortmunder Hilfe den Abstieg verhindern. Dieser Abwärtstrend lässt sich durch die namhaften Abgänge erklären. Nicht nur Demba Ba oder Luiz Gustavo, auch David Alaba, Ryan Babel, Timo Hildebrand, Vedad Ibišević, Gylfi Sigurðsson oder Eren Derdiyok gehören zu den prominenten Fussballern mit Hoffenheim-Vergangenheit. Heute ist es vor allem Roberto Firmino, der versucht, den Glanz der „alten Zeiten“ aufrecht zu erhalten.

Fussball wurde an diesem Samstagnachmittag auch noch gespielt und zwar gegen die Mannschaft aus Mainz, die zuletzt mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben. Die Gastgeber legten forsch los und bereits nach zwei Minuten zeigte Schiedsrichter Siebert auf den Punkt nach einer Regelwidrigkeit vom Mainzer Abwehrchef Noveski. Die Verantwortung übernahm Salihovic, der zwar den Torwart verlud, sein Schuss ging jedoch knapp über das Tor. Die TSG liessen sich trotz verpasster Führung nicht aus dem Konzept bringen und kam in der 6. Minute zu einer weiteren Grosschance, diesmal sündigte Volland im Abschluss. Zehn Minuten später scheiterte erneut Volland am Mainzer Torwart Karius. In der 23. Minute folgte eine Szene, wie sie noch keiner der 24’741 Zuschauer erlebt haben dürfte. Hoffenheim-Kapitän Andreas Beck stiess in vollem Tempo mit einem an der Seitenlinie postierten Kameramann zusammen. Für Beck ging das Spiel nach kurzer Pflege weiter, der Kameramann erlitt laut dem Pay-TV-Sender eine Gehirnerschütterung wurde auf einer Trage von Sanitätern unter Applaus aus dem Stadion getragen. Auch für die Kamera war der Arbeitstag frühzeitig beendet.

In der Folge beruhigte sich das Geschehen und es ging torlos in die Pause. Kurz nach dem Seitenwechsel folgte das erste Tor: nachdem die Mainzer nach einem Eckball nicht richtig befreien können, trifft Eugen Polanski sehenswert zur Führung für die TSG. Für das 2:0 ist dann Roberto Firmino zuständig, der unhaltbar für Keeper Loris Karius einschiebt. In den folgenden Spielminuten hat das Heimteam sogar die Möglichkeit auf zwei weitere Tore, vergibt die Chancen jedoch kläglich. Stattdessen gelingt Mainz in der 67. Minute der Anschlusstreffer durch Maxim Choupo-Moting. Nur sechs Minuten treffen die Mainzer erneut, nachdem Hoffenheim-Verteidiger Niklas Süle seinen Gegenspieler unglücklich anschiesst und sich der Ball zum Ausgleich ins Tor senkt. Nun war das Momentum eindeutig gekippt, denn nur zwei Minuten später erzielte Shinji Okazaki die Führung für die Gäste. Der treffsichere Japaner ist mit dem Treffer zum 2:4 schliesslich auch für den Schlusspunkt verantwortlich.

Die Rhein-Neckar-Arena erinnert an die Arena in Augsburg und befindet sich, wie alle neuen Stadien, abseits der Stadt Sinsheim und ist per S-Bahn bequem erreichbar.


FC Basel II - SR Delémont

Während der FC Basel am Abend den FC St. Gallen empfängt, trägt der FCB-Nachwuchs sein Heimspiel gegen Delémont bereits am Nachmittag aus. Grund genug für mich, früher in die Stadt am Rhein zu reisen und das Spiel der 1. Liga Promotion zur Einstimmung mitzunehmen.

Von den frühlingshaften Bedingungen beflügelt, finden die Hausherren sichtlich besser ins Spiel. Eine erste Grosschance vergeben sie in der 15. Minute, als dem Basler Stürmer nach einem Querpass eine halbe Schuhgrösse fehlt, um den Ball im leeren Tor zu versenken. Von dieser Aktion wachgerüttelt, zeigt sich Delémont nun stärker und geht nach einem Freistoss in Führung, der Schiedsrichter zählt das Tor aufgrund einer Abseitsposition aber nicht. Die Führung der Gäste ist wenig später dennoch Tatsache: ein Ball kommt zum hintersten Basler Verteidiger, der sich ohne gegnerischen Einfluss verletzt und so den Jurassiern die Chance bietet, alleine auf das Tor von Goalie Salvi loszuziehen.

Doppeltes Pech für die Basler, da sich der Verteidiger derart fest verletzt, dass er später vom Rettungswagen abtransportiert werden muss. Die zweite Halbzeit beginnt wiederum mit einem Paukenschlag: FCB-Goalie Salvi zeigt einen grossartigen Reflex und kann so ein Eigentor gerade noch verhindern. In der Folge büsst die Partie an Attraktivität ein, was die Möglichkeit bietet, den Blick auf die Tribünen zu richten. Auf einer Hintertorseite haben es sich einige ältere Herren gemütlich gemacht, die sich durch Zaunfahnen als Fans der zweiten Garde zu erkennen gaben. Auch die Gäste haben werden von einem Fan begleitet, der die Entscheidungen des Schiedsrichters jeweils lautstark kommentiert. Zu seiner Freude gelingt Delémont in der 75. Minute der Ausgleich. Nur drei Minuten später sind es aber erneut die Basler, die dank einem präzisen Flachschuss mit 2:1 in Führung gehen. Dabei bleibt es, was ganz dem Gusto der 250 Zuschauer im Stadion Rankhof entspricht.

Dieses liegt am Rheinufer im Hitzbrunnenquartier und erinnert an die neue Heimstätte des FC Wil, die ebenfalls über drei Stehtraversen und eine gedeckte Haupttribüne verfügt. Die Tribüne steht auf Betonpfeiler, während darunter das Vereinsheim mit Bistro liegt. Der Eintritt zu den Spielen ist gratis.


Eintracht Frankfurt - SV Werder Bremen

Während der FC Bayern München das Meisterrennen langweilig macht, präsentiert sich der Abstiegskampf dafür umso spannender. Von Rang 12 bis 18 sind es nur acht Punkte Differenz, zum Relegationsplatz gar nur halb so viel. Zu den potenziellen Abstiegskandidaten zählen in dieser Saison auch gestandene Bundesliga-Vertreter wie die Eintracht Frankfurt und der SV Werder Bremen. Für beide ist dieses Duell der Tabellennachbarn also ein Spiel von grosser Bedeutung, zumal es in die entscheidende Phase der Saison übergeht.

Bereits in den Anfangsminuten machen die Teams den 44’300 Zuschauern klar, dass sie in diesem Spiel kein unnötiges Risiko eingehen werden. Nicht gerade die spannendste Ausgangslage und so bleiben die Chancen lange Zeit Mangelware. Optisch lassen sich zwar Vorteile für die SGE erkennen, ohne dass dabei etwas Zwingendes herausschaut. Trotzdem ist die Atmosphäre stimmungsvoll und auch die zahlreichen Gästefans geben ihr Bestes. Aus Schweizer Sicht trägt mit Pirmin Schwegler gar ein Einheimischer die Captainbinde bei der Eintracht. Seiner Mannschaft spielt ein Platzverweis in der 34. Minute gegen Kroos in die Karten. Bei Kroos handelt es sich übrigens nicht um Toni von den Bayern, sondern um dessen 14 Monate jüngeren Bruder Felix. Diese numerische Überzahl konnten die Frankfurter bis zur Pause hin nicht in Tore umzumünzen.

Trotz guten Chancen für die Eintracht steht es bei Anbruch der Schlussviertelstunde immer noch unentschieden. Weiter suchen die Gastgeber verzweifelt den Weg zum Tor, doch Bremen verteidigt gut. In der 88. Minute kommt es dennoch zur grössten Chance des Spiels, als der torgefährliche Alex Meier mit seinem Kopfball nur den Aussenpfosten trifft. Das 0:0 nützte beiden Mannschaften nicht wirklich viel, trotzdem freute sich der Bremer Anhang über den Punkt, den ihre Mannschaft heute am Main mit einer kämpferischen Leistung geholt hat.


FC Aarau - FC Zürich

Weder für Aarau noch für den FC Zürich verläuft die Meisterschaft bisher verheissungsvoll und so befinden sich beide im Mittelfeld der Tabelle – weder abstiegsgefährdet, noch ein Aspirant auf einen Spitzenplatz.

Der FC Aarau hat in seiner Geschichte bereits drei Mal die Meisterschaft gewonnen, die Titel liegen aber weit zurück und so ist man im Aargau froh, dass sich der Aufsteiger souverän vom Abstiegsplatz fern hält. Das Stadion Brügglifeld kommt mit einer überdachten Tribüne und Stehtraversen auf den drei Seiten daher. Das Wetter schien heute nicht auf Seite der Fans, denn es regnete in Strömen und der Platz präsentierte sich tief. Trotzdem gingen die Mannschaften voll zur Sache, was viele Freistösse mit sich führte. So auch in der 40. Minute, als Alain Schultz sich die Chance nicht nehmen liess und gegen den Spielverlauf aus rund 30 Meter den Führungstreffer für die Aarauer markierte.

In der Pause hat FCZ-Trainer Urs Meier offenbar die richtigen Worte gefunden, denn die 4’989 Zuschauern sahen einen FCZ, der nun wesentlich konsequenter zur Sache ging. So gelang dem Gast in Person von Avi Rikan der 55. Minute der Ausgleich, der eine Vorlage von Ex-St.Galler Etoundi zum Ausgleich ins linke Eck schob. Als nichts mehr auf einen weiteren Treffer hinwies, traf Pedro Henrique in der 88. Minute mittels Penalty zum viel umjubelten 1:2 für die Gäste. Der Aktion war ein Foulspiel von Aarau-Verteidiger Jaggy an den Siegtorschützen vorausgegangen. Der FC Zürich konnte den Vorsprung, obschon hektischer Nachspielzeit, über die Zeit retten und revanchierte sich somit für die Blamage aus dem Vorjahr.


FC Wohlen - FC Vaduz

Heute hatte so ziemlich jede Liga eine Vollrunde auszutragen, so auch die Premier League, wo Liverpool Meisterschaftsanwärter Arsenal gleich mit 5:1 demütigte. Wesentlich beschaulicher geht es im aargauischen Wohlen zu und her, wo der lokale FCW derzeit das Schlusslicht der Challenge League bildet. Gegner am heutigen Samstag war mit dem FC Vaduz der Leader. Keine einfache Aufgabe für die Freiämter, doch wer weiss, vielleicht gelingt Wohlen ein ähnlich starkes Spiel wie dem FC Liverpool.

In der Anfangsphase deuteten die Gastgeber dem FC Vaduz bereits an, dass es hier keine Geschenke gibt. Nicht weniger als fünf Torchancen verzeichneten sie in der ersten Hälfte, während der FC Vaduz nur durch einen Freistoss kurz vor der Pause richtig gefährlich wurde. So konnten die Liechtensteiner mit dem Unentschieden zur Pause zufrieden sein.

Die einen unter den 910 Zuschauern nutzten die Pause für eine heisse Wurst und ein Bier, ich nutze sie um etwas mehr über Verein und Stadion zu erzählen. 1904 gegründet trägt der FCW seine Heimspiele im Stadion Niedermatten aus, das Platz für knapp viertausend Zuschauer bietet, wovon ein verschwindend kleiner Teil Platz auf der überdachte Sitztribüne findet. Nebst dem FCW tragen auch die Nachwuchs- und Frauennationalmannschaften bisweilen hier ihre Heimspiele aus. Der FC Wohlen spielt seit einigen Jahren in der zweitklassigen Challenge League und hat derzeit mit Abstiegssorgen zu kämpfen. Zum Team der Freiämter gehören einige Spieler, die eine Vergangenheit in der Super League aufweisen, so zum Beispiel João Paiva oder Mario Schönenberger, der sein Können heute mehrmals unter Beweis stellte. Bekanntester ehemaliger Spieler des FC Wohlen ist Ciriaco Sforza.

Es geht weiter mit der zweiten Halbzeit. Das Bild änderte sich nicht, es ist weiter der FCW, der auf den Führungstreffer drängt. Nach einer Stunde gelang den Gästen schliesslich völlig entgegen dem Spielverlauf der Führungstreffer. Das Tor war typischerweise aus einem Standard hervorgegangen. In der Folge zeigten sich die Gastgeber bemüht, zumindest ein Unentschieden zu erreichen. Dies glückte in der 76. Minute, als Routinier João Paiva einen Penalty sicher zum 1:1 verwertete. In den Schlussminuten hatte dann Simone Rapp gar zweimal den Siegtreffer auf dem Fuss, doch Vaduz-Torhüter Jehle reagierte jeweils brillant und sicherte dem Favoriten den schmeichelhaften Punktgewinn.


FC Sochaux – FC Nantes (01.02.14)

Sochaux, das verschlafene 4000-Seelen-Dorf im französischen Département Doubs, ist gleich doppelt bekannt. So eröffnete 1912 Autohersteller Peugeot hier seine erste Fabrik und sorgte 16 Jahre später mit der Gründung des Werksclubs FC Sochaux, auch für den zweiten Grund der erhöhten Bekanntheit. Entsprechend viel Industrie und wenig Sehenswertes gibt es in Sochaux zu bestaunen. Da kommt die nahegelegene Stadt Montbéliard wie gerufen. Hier finden sich pittoreske Gassen und eine Burg; die grossen Touristenmassen werden sich hierhin aber auch nicht verlaufen.

Es sei denn, man wird vom Fussball getrieben wie wir. So sollte der FC Sochaux am Abend im Stade Auguste-Bonal, einem doppelstöckiger All-Seater, in der Ligue 1 auf den FC Nantes treffen. Dieser wird sogar von einigen Auswärtsfans begleitet, die den 800 Kilometer langen Weg auf sich genommen haben. Angesichts der Tabellenlage galt es den Gast aus dem Westen Frankreichs zu favorisieren. So wiesen Plakate mit Sätzen wie „Ligue 2 non merci! Pensez a nous et la region.“ auf die prekäre Abstiegsgefahr hin, in der sich der FC Sochaux befindet. Doch wie schon in Strasbourg war es die Heimmannschaft, die den Ton angab.

An diesem kühlen Abend sind es 12’269 Zuschauer, die den Weg ins Stadion gefunden haben. Dem Spiel fehlen lange Zeit die grossen Chancen, da beide Hintermannschaften ihre Arbeit gut erledigen. So bleibt Zeit, das Stadion und seine Besucher genauer unter die Lupe zu nehmen. Es fällt auf, dass die Heimmannschaft nur zehn aktive Fans umfasst, die Stimmung zu erzeugen versuchen. Die Gästefans sind daher viel besser zu hören. Praktisch mit dem Pausenpfiff werden wir aus unseren Träumen gerissen, als Stoppila Sunzu per Kopf das 1:0 für Sochaux erzielt. In der zweiten Halbzeit gelingt es dem Gastgeber den Vorsprung geschickt zu verteidigen und entsprechend gross ist die Freude nach dem Abpfiff über den Heimsieg.